Sonntagsgedanken

Wir wollen Ihnen die Möglichkeit geben, die Gedanken des vergangenen Sonntages noch einmal zu studieren und einwirken zu lassen, während wir uns bereits auf den nächsten Sonntag vorbereiten! An dieser Stelle sollen nicht einfach nur Predigten veröffentlicht werden, sondern die Überlegungen zu einem Predigtthema immer eines anderen Priesters unserer Pfarreien St. Maximilian und Heilig Geist zum Nachlesen ermöglicht werden. Vielleicht ist da ein Satz oder eine Idee, die Sie die ganze Woche begleiten kann. Immer nach einer Woche wird dann dieser Text von der Website heruntergenommen und mit einem neuen Text aktualisiert. Wir wollen immer möglichst nah dran sein am letzten Sonntag und dafür danken allen Geistlichen unserer beiden Pfarreien, die sich an diesem Dienst für Sie beteiligen.


19.01.2020

Neugierig und gespannt auf die Zukunft

Mittlerweile ist das neue Jahr schon ein paar Tage alt. Die Jahresrückblicke 2019 haben wir gesehen. Die Vergangenheit können wir nicht mehr verändern. Jetzt ist es Zeit für den Jahresvorblick auf das Jahr 2020. Es gilt, wagemutig und vertrauensvoll nach vorne zu schauen.

Da gibt es Astrologen, die Horoskope erstellen, Kartenleser und viele andere, die ihre Dienste anbieten. Denn Menschen suchen Gewissheiten, um ihre Zukunft sicherer zu machen. Horoskope in den Zeitungen werden tatsächlich gelesen. Meine Taufpatin liest sie auch – und sagt, sie hoffe, dass sich nur das Gute davon erfüllt. Das finde ich interessant, denn für das betreffende Tierkreiszeichen steht ein bestimmter Text, den viele Menschen lesen. Und jeder interpretiert daraus individuell seine Erwartungen oder Befürchtungen.

Man braucht kein Horoskop-Fan zu sein, um festzustellen, dass unsere Umgebung Einfluss auf uns ausübt: Der Mond „produziert“ Ebbe und Flut, und das tägliche Wetter wirkt sich auf unsere persönliche Stimmung aus.

Fokussierung auf das Lamm

Welches Programm bietet nun die Kirche in der Vorschau auf das Jahr 2020? Im Evangelium ist es heute das Wort Johannes des Täufers: „Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.“ Wem sagt er das? – Das Wort Sünde mag heute für manche befremdlich klingen. Sünde gibt es nur in der Ahnung auf Gott hin, in Bezug zu ihm. Viele leben ihr Leben nicht mehr gefühlt vor Gott, deswegen fühlt sich offensichtlich nur noch eine Minderheit als Sünder (oder berührt von dem, was Sünde meint). Theologisch gesehen sind wir alle Sünder. Aber was ist nun Sünde?

Sünde und Schuld

Praktisch gesehen ist Sünde Lebensplanung ohne Gott. Auch die Einstellung: „Ich will von Gott nichts wissen“, gehört dazu. Wer so lebt, verzichtet auf die Führung „von oben“ – und kann dann auch nicht erfahren, wie hilfreich sie ist. Eine solche Einstellung führt immer mehr von Gott weg.

Die Alternative ist eine Lebensplanung mit Gott, ein Leben, das seine Offenbarung mit einbezieht. Diese Haltung, die aus dem Getauftsein hervorgeht, führt näher zu Gott und zu seinem Volk, also zur Gemeinschaft der Glaubenden.

Wir Menschen haben die Freiheit, uns zu entscheiden. Die beste Möglichkeit ist, sich für Jesus zu entscheiden. Der Glaube an ihn bewirkt die Nähe von Gott her und zu Gott hin. Bei diesen Annäherungsversuchen des Glaubens bekomme ich die Frohe Botschaft, dass Jesus Christus Sünde und Schuld hinwegnehmen, dass er Sünde und Schuld „löschen“ kann.

Sündenhinwegnehmer

Wenn wir also unseren Blick auf das Lamm Gottes richten, uns auf seine Worte konzentrieren und ihm glauben, dann beginnt schon die Tilgung von Sünde und Schuld. Denn dann merken wir, wie sehr der Herr uns anschaut mit seiner vergebenden Liebe. Schuldentilgung ist also bei Jesus vergleichsweise leichter als bei einer Bank.

Grund der Tilgung ist unser Bekenntnis zu ihm, wenn auch wir wie Johannes zu der Erkenntnis kommen: „Dieser ist der Sohn Gottes.“ Das ist ein kurzes Credo, ein ursprüngliches Glaubensbekenntnis der Christen:

Jesus Christus – Gottes Sohn – Retter.
Jesus Christus – Gottes Sohn – Erlöser.
Jesus Christus – Gottes Sohn – Sündenhinwegnehmer.
Jesus Christus – Gottes Sohn – Heiland der Welt.

Zukunftsträchtig

Wer Schuldigkeiten nicht mehr mit sich herumtragen muss, dem ist nicht nur leichter, der wird auch frei für die Zukunft. Schritte auf Zukunft hin gelingen uns besser in dem Bewusstsein, einerseits Sünder zu sein und Fehler zu machen und andererseits zu wissen, dass jemand für unsere Fehler und Sünden aufkommt! Außerdem sind wir in der Erinnerung an das Lamm Gottes gewappnet gegen Vorwürfe aus der Vergangenheit, denn Schuldgefühle versuchen immer wieder, uns zu überholen und zu fesseln. Der Blick auf Jesus und das Gespräch mit dem Lamm Gottes befreit uns aus alten Festlegungen. Der „Sündenhinwegnehmer“ richtet uns auf.

Unverwandter Blick

Wenn wir Jesus nicht aus den Augen verlieren, sondern unsere Augen auf das Lamm Gottes gerichtet lassen, bekommen wir den Wagemut, getrost in die Zukunft zu gehen an jedem Tag des neuen Jahres, denn die Bürgschaft für unseren Lebensweg ist bei Jesus Christus hinterlegt. Daraus erwächst umfängliche Lebensermutigung trotz unserer Fehlerhaftigkeit. Wir können tun, schaffen und machen – und dabei auch Fehler und Sünden riskieren. Dieses Risiko unserer Sündhaftigkeit ist der Kompetenz Gottes anvertraut; damit meine ich die „fächerübergreifende Kompetenz“ des lieben Gottes im Umgang mit uns. Er hat uns die Aufgabe gestellt, unser je persönliches Leben zu bewältigen nach seinem Plan und Willen. Wir werden dafür auch eine „Note“ bekommen. Sie wird mit roter Tinte geschrieben sein, denn in unserer Taufe haben wir das Feuer des Heiligen Geistes empfangen, und zwar von Jesus selbst, der mit Feuer tauft.

Gottes Heilswille

Johannes taufte mit Wasser, Jesus tauft mit Feuer. Es gibt nichts, was nicht zusammenpassen kann, wenn es um das Heil der Menschen geht. Auch Johannes der Täufer und Jesus haben zunächst nicht „zusammengepasst“. Doch Gott, der das Heil aller Menschen will, hat sie „passend“ gemacht, dergestalt, dass der mit Wasser Taufende dem Volk Gottes den bekannt gemacht hat, der mit Feuer tauft. Johannes führte damit aus, was ihm gesagt wurde. Und er bekam den Hinweis zu erkennen, wer es sei: „Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.“ Mit seiner Erkenntnis macht Johannes den Anfang, auf Jesus zu schauen und anderen den Blick dafür zu eröffnen.

Starke Innenseite

Jesus, das Lamm Gottes, schenkt uns seinen Heiligen Geist, damit er bei uns und in uns bleibt. Dadurch besitzen wir ein inwendiges „Horoskop“, das sich persönlich stärker auswirkt als alle anderen uns umgebenden Einflüsse. Dieses inwendige „Horoskop“ können wir täglich und der wörtlichen Übersetzung nach sogar stündlich einsehen, wenn wir nur darum bitten, denn Horoskop heißt wörtlich übersetzt „Stundenseher“.

Wir können stündlich unseren Weg in Gottes Wohlgefallen gehen. Die Gabe des Heiligen Geistes wirkt sich aus in jedem noch so kleinen Detail. Jedes Detail besitzt aber auch seine Auswirkung im Großen. Jede Stunde, in der wir in die falsche Richtung gehen, vergrößert den Abstand zu dem Weg, den Gott für uns vorgesehen hat. Jede Stunde in die richtige Richtung – beispielsweise heute Morgen in diesen Gottesdienst – bringt uns Gott näher. Die stündliche Einsicht mit den Gaben des Heiligen Geistes bewahrt vor Fehlern und Sünden. Ein regelmäßiges Innehalten lässt uns ganzheitlich bleiben, denn es bringt uns auf den Weg des Ganzseins und der Heiligkeit. So gesehen genießen wir durch das Lamm Gottes in jedem Augenblick die göttlich-persönliche Zuwendung.

Weitersagen

Wir haben einander zum neuen Jahr alles Gute gewünscht. Große Erwartungen brauchen eine große Adresse. Die Zuversicht, dass alles gut geht, erhoffen wir uns durch den persönlichen Beistand Gottes, den Heiligen Geist, der dies auch ganz persönlich bewirkt. Die stündliche Einsicht ist geistreich, wenn wir in jedem Augenblick ganz und gar dem vertrauen, von dem Johannes der Täufer sagt: „Ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes."


26.01.2020

Es ist Zeit zu gehen

Irgendwann war es so weit: die Krippenfiguren gerieten in Bewegung; die Heilige Familie ließ Betlehem hinter sich. Das Verweilen dort war nur eine Episode. Und irgendwann wurde auch Nazaret Geschichte, Jugendgeschichte des ewigen Sohnes Gottes. Er verließ die Mutter und ging hinaus ins feindliche Leben. Irgendwann entschied er sich für den Schritt ins Freie, ins Offene, ins Ungewisse, begann die Phase der Ablösung. Es war der durchaus auch für Maria schmerzliche Schritt Jesu, dem sie nur noch hinterhersehen kann. Als sagte ihm eine innere Stimme: „Es ist Zeit für mich zu gehen“, höchste Zeit, eigene Wege zu gehen. Den Zeitpunkt bestimmt Jesus allein. Wann es Zeit wurde, öffentlich in Erscheinung zu treten, das lag in seiner Hand, das lag in Gottes Willen. Jedenfalls gilt: Plötzlich vollzog Jesus einen Standortwechsel, trat auf die Bühne einer größeren Öffentlichkeit. Und davor?

Es gibt eine Lücke im „Bewerbungsschreiben“ des Messias. Wir werden nicht restlos aufgeklärt über seine Vorgeschichte. Seine göttliche und auch seine irdische Herkunft bleiben im Dunkeln. Es gibt geheimnisvolle Jahre in der Verborgenheit und Geborgenheit, von denen wir gerne mehr wüssten, weil sie die längste Zeit seines irdischen Lebens waren.

Irgendwann also, nach seinen Wüstenexerzitien und der Versuchung durch den Teufel, vielleicht ausgelöst durch die Gefangennahme des Täufers, taucht der Nazarener ein ins heidnische Galiläa, ins Zweideutige, Provinzielle, ein wenig Heidnische. Irgendwann heißt es ganz lapidar: „Er verließ Nazaret“; er wird flügge, sucht sich einen neuen Freundeskreis, genauer: eine neue Familie. Noch meidet er es, nach Jerusalem zu gehen. Warum kein deutlicherer Bruch? Warum wechselt er erst jetzt, und warum nicht in die Metropole, sondern in ein Kaff, das Kaff des Nahum, in ein Fischerstädtchen? Fragen über Fragen!

Die Heiligung des Alltags


Nazaret steht für den uns unbekannten langen Alltag im Leben Jesu Christi. Wie viele Alltagstage meines Lebens sind völlig in der Versenkung verschwunden? Ich kann sie, weil ich kein Tagebuch führe, nicht mehr rekonstruieren. Sie wurden gelebt, aber sie hinterließen keine Spuren im Bewusstsein; es waren und sind Tage gefüllt mit Trott, Üblichkeiten, Gewohnheiten, mit viel Routine und wenig Höhepunkten. Es war langweilig, es musste halt getan werden, was zu tun war; ein erfülltes oder leeres Einerlei, Zeit, um Geld zu verdienen und den üblichen Geschäften nachzugehen, viel bedeutungslose Lebenszeit. Es waren auch Tage, die Sicherheit gaben, weil nichts Dramatisches geschah. Es gibt auch die Gnade des Alltags, weil sie Verlässlichkeit und Sicherheit schenkt.

Alltäglich verläuft der Großteil der uns von Gott geschenkten Lebenszeit. Das ist nicht nur Langeweile, Enge, Leere und Routine. Da steckt mehr drin. Jesus hatte dreißig Jahre lang nichts Besseres zu tun, als dieses normale Alltagsleben zu führen. Er wurde uns gleich bis hinein in den Tod, natürlich, aber zunächst und vor allem bis in das Allernormalste unseres Alltagstrotts. Er will uns auch von dieser Seite kennenlernen: das Tagtägliche, wo alles seinen festen Platz und seine vertrauten Abläufe hat, beruhigend vertraut, sodass wir uns nicht ständig auf Neues einstellen müssen. Die Zeit ohne Ausnahmezustand, in der nichts passiert, wo wir alle ziemlich unspektakulär unseren Mann, unsere Frau zu stehen haben, wo uns niemand Beifall klatscht, wo wir nichts Großes erleben, keine Abenteuer bestehen müssen. Die Werbung gaukelt uns zwar vor, wir dürften bei Benutzung bestimmter Produkte mit tollen Erlebnissen rechnen, wir erlebten mitten im grauen Alltag kleine Feste auf dem Esstisch, Erlebnishöhepunkte im Badezimmer oder beim Anziehen direkt auf der Haut.

Aber machen wir uns nichts vor! Und ehren wir den Alltag, die unterschätzte Zeit unseres Lebens! Routine hat auch einen guten Klang: die tägliche Pflicht; die Art und Weise, wie ich Kontakte pflege, auch anstrengende widerspenstige Beziehungen, die kleinen Abenteuer gleich um die Ecke, die es zu bestehen gilt; Rituale, die jeden Tag genau gleich wiederkehren und mit Geistesgegenwart erfüllt werden wollen. Auch Jesu langes Leben in Nazaret, das im Evangelium heute nur mit einem kurzen Satz anklingt, war eine lange, stille Routine, trivial, nicht der Rede wert und doch „gottvoll“, das Bestehen der immer gleichbleibenden Pflicht, Mensch unter Menschen zu bleiben.

Jesus war nicht aus dem Alltag geflüchtet. Doch darin muss etwas mit ihm passiert sein, im Alltag wurde „Gottes letztes Wort“ ein betender, ein gehorsamer, ein horchender Mensch. Nazaret-Zeit ist Bewährungszeit. Nazaret heißt: „Sprossendorf“. Jesu Berufung sprießt und wächst dort. Die Kinderstube des Alltags – da wachsen wir heran; das ist kein gottloser Raum. Da steckt Gott drin, in allen Poren, genauso wie im Fest, denn er ist uns ja im Fest nicht näher als an einem x-beliebigen Tag.

Nazaret-Theologie


Jesu Leben hat für uns unbekannte Seiten. War er ein Spätzünder? War Nazaret für ihn zum Aushalten? Wie konnte er so lange ein „normaler Mensch“ sein? Schnell blüht die Fantasie auf: Er muss diese Zeit doch genutzt haben, sich sinnvoll vorbereitet haben auf die Aufgabe, Salvator, Welterlöser zu sein. Muss doch Ehrgeiz gezeigt und am eigenen Profil gearbeitet haben: Sprachen lernen, Milieustudien betreiben, Predigtunterricht nehmen, Fortbildung in Schriftgelehrsamkeit – oder das Wunderkind zeigte frühe Zauberkunststückchen …

Nichts davon. Der Außergewöhnlichste der Welt, der nicht von dieser Welt ist, durchlebt klaglos die Winzigkeit von Nazaret. Der Heilige Gottes bewegt sich unauffällig in der Grauzone dieses ereignisarmen Kaffs. War das verlorene Zeit, waren es verlorene Jahre und Jahrzehnte? Warum hat der Weltenretter keine Weltreisen unternommen, nach Indien und Ägypten? Keine Bücher geschrieben? Kann denn aus Nazaret der Heiland der Welt kommen? Das ewige Wort Gottes ist sehr still, das Weizenkorn Gottes wächst lautlos heran.

Einige nichtbiblische Evangelien erzählen die unterhaltsame Geschichte, das Jesuskind habe mit seinen Händen Vögel aus Lehm geformt und mit seinem Atem belebt, sodass sie wegfliegen konnten. Die ereignisarme Leere im Leben des Gottessohnes ist offensichtlich schwer auszuhalten.

Warum hat Jesus so lange gewartet und nicht früher angefangen? Und warum Nazaret, die Stadt ohne ruhmreiche Vergangenheit, ohne Verheißungspotential? Er nahm sich lange Zeit zum Nachdenken, zum Beobachten, hielt die Stille aus, das immer so weiterlaufende Dorfleben. Hätte ich die Welt zu retten gehabt – ich hätte diese Geduld nicht. Warum ist er nicht sofort zum Wesentlichen übergegangen? Warum diese lange, stille Verborgenheit und danach das gehetzte Leben als wundertätiger Rabbi, das dann auf einmal so schnell wurde, wo er im Vorbeigehen Menschen mitnimmt, ohne sie lange zu testen und zu beobachten und zu schulen?

Warum nur? Vielleicht, weil er an unerwartetem Ort gesucht und gefunden werden will. Gottes Herrlichkeit blitzt dort auf, wo ich es am allerwenigsten erwarte. So geht er auch an uns vorbei, die wir – wie die Jünger beim Fischen – mitten im Alltag des Lebens sind.

Heute also entschließt er sich zur Dienstreise von zwei oder drei Jahren. Heute transzendiert er Nazaret. Aber er sprengt nicht den Alltag, er bleibt im Alltag und bringt das Reich Gottes hinein in das Leben einiger Fischer in Kapharnaum. Was erwarten wir von ihm? Vielleicht ist das die stille Botschaft von 30 Jahren Nazaret und vom Ortswechsel in ein anderes Kaff: Das Wesentliche am Christentum ist nicht so sehr die Botschaft, die es bringt, sondern der, der Fleisch geworden ist unter uns, ein schreiendes Baby, ein stiller Bürger von Nazaret, ein Neubürger von Kapharnaum. Er nahm sich Zeit zu wachsen und zu reifen und uns kennenzulernen und von uns zu lernen.

Stille Geheimnisse machen die Höhepunkte des Glaubens aus: sein Schweigen und sein lautloses Dabeisein in meinem Leben. Denken wir an die völlig lautlose Gegenwart Jesu in der Eucharistie. Er schaut mich an und ich schaue ihn an – nichts Lautes passiert. Er räumt mir Zeit ein, Lebenszeit, in der ich Ihn im Schutt des Gewöhnlichen suchen muss – und hoffentlich darin auf Gott stoße, auf Gott als das alltägliche Geheimnis der Welt, auf ihn, der droht, im Alltag wie ein Schlüssel verloren zu gehen.

So halten wir nun Alltagsbrot in sein Licht, damit er uns das Fest seiner Gegenwart, den Herrentag bereitet. Und darin schmecken wir, dass er heute nicht nur aufbricht aus Nazaret nach Kapharnaum, sondern von Nazaret zu dir und zu mir. Er will nicht ohne uns seine Wege gehen. Wir oft sehr alltägliche Menschen sind sein neues Zuhause, seine zweite Heimat, seine neue Familie. Amen.


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